Thermocut fürs Haar: Was bringt die heiße Schere?

Neu-Ulm – Bei einem Schnitt mit der heißen Schere sollen sich Haarspitzen schneller verschließen, was das Spliss-Risiko senkt. Der im Vergleich zum normalen Haarschnitt teurere Thermocut wurde lange angepriesen, inzwischen ist er aber umstritten.

Der Grundgedanken des Thermocut sei nicht verkehrt, sagt Mathias Napp, Art-Director an der Deutschen Friseur-Akademie in Neu-Ulm (Bayern). Er bezweifelt aber den Erfolg der Schnittmethode. Das gilt besonders für die Winterzeit, wenn das Haar durch die Reibung an Schals und Rollkragen stark beansprucht wird – und sich Spliss bildet.

«Es wäre schön, wenn das nur durch das einmalige Schneiden mit der Thermocut-Schere gelöst wird», sagt er. «Aber ich glaube, dann würden wir keine anderen Scheren mehr verkaufen.» Zumal laut Napp moderne, inzwischen weiterentwickelte Scheren und Pflegeprodukte die heiße Schere eher überflüssig machen. Sie sei etwas «old school», also alte Schule, sagt Napp. «Anfang der Neunziger war das ein Hype.»

Inzwischen aber werden normale Scheren immer besser geschliffen, sie sind folglich schärfer – umso mehr, desto besser wird dem Ausfransen der Enden vorgebeugt. Außerdem sei mit Ölen und Spitzenfluiden eine gute Pflege der empfindlichen Spitzen möglich.

Fotocredits: Britta Pedersen
(dpa/tmn)

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