Der Boom des deutschen Fahrradmarkts – die wichtigsten Hintergründe

Wie wichtig Bewegung ist und wie gut sich Unternehmung anfühlen kann, wird den Deutschen wieder verstärkt bewusst. Der Fahrradtourismus ebenso wie der deutsche Fahrradmarkt erfreuen sich seit einigen Jahren an Stabilität und Wachstum. Aktuelle Zahlen lassen vermuten, dass dieser Trend weiterhin anhalten wird.

Erfreuliche Bilanz der Fahrrad-Industrie

Die vom Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) veröffentlichten Zahlen des Jahres 2012 dürften besonders die rund 50.000 Beschäftigten der deutschen Fahrradbranche positiv stimmen. Circa 3,95 Millionen Fahrräder, E-Bikes eingeschlossen, sind im vergangenen Jahr verkauft worden. Bei einem Vergleich mit den Zahlen aus dem Vorjahr 2011 zeigt sich zwar ein Rückgang um etwa vier Prozent, ein Grund dafür waren die schlechten Wetterverhältnisse zwischen April und Juli. Um 15 Prozent übertroffen wurden dafür die Verkaufszahlen der E-Bikes. 380.000 verkaufte E-Bikes von Herstellern wie der MIFA AG (gehört zur Carsten Maschmeyer Group) wurden 2012 verzeichnet. Damit wurden 50.000 Stück mehr verkauft als im Jahr zuvor. Die teuren und immer beliebteren E-Bikes, aber auch der höhere Qualitätsanspruch der Käufer haben dafür gesorgt, dass der durchschnittliche Verkaufspreis ebenfalls gestiegen ist. Stückweise gesehen beläuft sich der Durchschnittspreis pro Fahrrad auf ungefähr 513 Euro. Mit diesem Anstieg blieb der Gesamtumsatz der Fahrradbranche, trotz der geringfügig niedrigeren Verkaufszahlen, bei 4 Milliarden Euro und somit konstant.

Service und Beratung stehen weiterhin hoch im Kurs

Obwohl sich vermuten ließe, dass Angebote aus dem Internet den Fachhandel vor Ort ablösen könnten, so ist das Gegenteil der Fall. Laut ZIV werden noch immer mehr als zwei Drittel aller Käufe im Fachhandel getätigt. Beratung und Service bleiben beim Fahrradhandel also wichtig. Die beliebtesten Fahrräder sind in Deutschland weiterhin Trekking- und Cityrad. Mit einem Gesamtbestand von 1,3 Millionen Stück ordnen sich auch immer mehr E-Bikes in den Verkehr ein. Hauptkäufer sind in diesem Fall weiterhin zwar die älteren Semester, die Vorteile dieses Fahrradtyps bleiben bei jüngeren Generationen allerdings nicht unbeachtet. Die Niederlande und Deutschland nehmen derzeit mehr als 50 Prozent des Europäischen Marktes für E-Bikes für sich in Anspruch.

Ein Wandel des Mobilitätsverhaltens ist unbestreitbar

Die Zahlen des ZIV und das Verhalten der Käufer beweist, dass nicht nur der Wunsch, sondern auch der Wille nach alternativer Alltagsmobilität vorhanden ist. Sogar bei Berufspendlern setzt sich der neu aufkommende Trend Fahrrad durch. Ein Abflauen der florierenden Fahrradindustrie ist daher auch in den kommenden Jahren nicht zu erwarten.

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