Mehr Schutz bei Passwörtern geht fast immer

Potsdam – Sichere Passwörter sind ein guter Schutz vor Identitätsdiebstahl im Internet. Deswegen braucht jedes einzelne Online-Konto für Banking, Einkaufen oder Unterhaltung ein eigenes Passwort, erklärt Prof.

Christoph Meinel, Direktor des Hasso-Plattner-Instituts an der Universität Potsdam. Wird eines davon geknackt oder von Hackern erbeutet, sind nicht gleich alle Konten in Gefahr.

Damit ein Passwort sicher ist, müssen einige Bedingungen erfüllt sein: 10 bis 15 Zeichen sollte es haben, darunter Groß- und Kleinbuchstaben, Sonderzeichen und Zahlen, zum Beispiel «H$eEE5?-&e3». Tabu sind leicht erratbare Informationen wie Namen, Geburtsdaten, Haustier- oder Partnernamen oder der Name des Dienstes oder Programms, für den das Passwort gewählt wird. Wörter aus dem Wörterbuch oder andere gewöhnliche Zeichenfolgen sollten nicht genutzt werden. Sie lassen sich maschinell schnell erraten.

Auch gelegentliches Ändern der Passwörter kann helfen, sagt Meinel. Allerdings ist hier ein Hin- und Herspringen zwischen bereits genutzten Passwörtern verboten. Bei jedem Wechsel muss ein neues Passwort gewählt werden.

Doch das alles nützt nichts, wenn Kriminelle im großen Stil in Datenbanken einbrechen und Nutzerdaten stehlen. Dann können auch die sicheren Passwörter in Gefahr sein. Hier hilft die Nutzung von Zweifaktor-Authentifizierung (2FA), die immer mehr Online-Dienste anbieten. Zusätzlich zum Passwort muss hier noch ein weiterer Code eingegeben werden. Den bekommen Nutzer entweder per SMS oder App auf das Smartphone oder sie besitzen einen speziellen USB-Stick als zweites Sicherheitsmerkmal.

Was sonst noch hilft: wachsam bleiben. Mit Angeboten wie dem
Identity Leak Checker des HPI oder der Website «haveibeenpwned.com» kann man verfolgen, ob persönliche Daten wie E-Mail-Adressen oder Passwörter von Kriminellen erbeutet und zum Verkauf angeboten werden. Alles, was man tun muss, ist seine E-Mail-Adresse eingeben. Taucht sie in den gesammelten Datenbanken auf, gibt es eine Warnung. Allerdings können nur bereits bekannte Datenlecks geprüft werden. Spätestens wenn man eine Warnung erhält, sollten die betreffenden Passwörter geändert werden – mit den goldenen Regeln im Hinterkopf.

Fotocredits: Andrea Warnecke
(dpa/tmn)

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