Erste Schritte im Pflegefall

Artikelgebend sind erste Schritte im Pflegefall.

Ein Pflegefall in der Familie kann sehr plötzlich eintreten. In dieser Notsituation die Übersicht und einen klaren Kopf zu behalten, um alle nötigen Schritte zur Versorgung des Pflegebedürftigen einzuleiten, kann schnell überfordern. Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über die ersten Schritte, um sich das Vorgehen zu erleichtern.

Antrag auf Pflegestufe stellen

Um Unterstützungsleistungen erhalten zu können, muss der Pflegebedürftige in eine Pflegestufe eingeordnet werden. In Deutschland werden alle körperlich Pflegebedürftigen, in Abhängigkeit der Schwere ihrer Beeinträchtigung und dem damit verbundenen Pflegeaufwand, drei Pflegestufen zugeordnet. Die Höhe der finanziellen Pflegeleistungen der Pflegeversicherungen ist nach diesen Pflegestufen gestaffelt. Die Einstufung führt der Medizinische Dienst der Krankversicherung (MDK) anhand eines Pflegegutachtens durch. Zuvor ist es notwendig, einen „Antrag auf Leistung der Pflegeversicherung“ bei der Pflegekasse zu stellen. Hier erhalten Sie alle nötigen Infos zur Begutachtung durch den MDK. Leider dauert es in der Regel einige Zeit, bis ein Prüfer des MDK den Pflegebedürftigen aufsuchen und die Begutachtung stattfinden kann.

Vorbereitung auf die Begutachtung des MDK

Um sich auf die Begutachtung angemessen vorzubereiten, empfiehlt es sich, ein Pflegetagebuch anzulegen. In diesem Pflegetagebuch sollte über eine Zeit von mindestens zwei Wochen der Betreuungs- und Pflegebedarf Ihres Angehörigen systematisch erfasst und dokumentiert werden. Hierzu zählen die Hilfs- und Pflegeleistungen sowie der damit verbundene Zeitaufwand. Denn eines der wichtigsten Kriterien, die über die Einstufung entscheiden, ist die Zeit, die pro Tag für die Grundpflege des Pflegebedürftigen aufgewendet wird. Zur Grundpflege gehören Körperpflege, Ernährung und Mobilität. Weitere Kriterien, die jedoch weniger stark ins Gewicht fallen, zählt zum Beispiel die hauswirtschaftliche Versorgung, also Dinge wie der Wohnungsputz, Einkäufe und Besorgungen.

Häusliche Pflege oder professionelle Pflegeeinrichtung?

Haben Sie eine Pflegestufe für ihren Angehörigen erhalten, steht bereits eine weitere Entscheidung an: Soll der Pflegebedürftige häuslich gepflegt werden oder ist die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung bevorzugt? Besteht die Möglichkeit häuslicher Pflege, sollte unbedingt geklärt werden, ob alle Beteiligten dieser Situation langfristig gewachsen sind. Eventuell ist die Unterstützung durch einen ambulanten Pflegedienst eine lohnende Ergänzung. Ist jedoch die Entscheidung für die Unterbringung in einer Pflegeeinrichtung gefallen, stehen Sie vor der Suche nach einer geeigneten Pflegeeinrichtung. In Deutschland gibt es in allen Regionen Pflegeberatungsstellen und Pflegestützpunkte, die Sie bei Ihrer Suche unterstützen können. Über diese Website können Sie den für Ihre Region zuständigen Pflegestützpunkt finden.

In Internetportalen informieren

Auch im Internet gibt es inzwischen zahlreiche Portale zum Thema Pflegeeinrichtung, die viele Informationen zur Verfügung stellen. Beispielsweise bietet das Portal pflege.de kostenlose und unverbindliche Beratung und Vermittlung durch examinierte Pflegefachkräfte und Pflegeberater an.


IMG: Miriam Dörr – Fotolia

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